Security Token vor breiter Handelbarkeit am Sekundärmarkt?

Ein völlig neues Segment der Finanzwelt entsteht. Zahlreiche Banken, traditionelle und Krypto-Börsen sowie Startups arbeiten derzeit an Sekundärmärkten für Security Token. Die neuen Handelsplätze sollen den simultanen Kauf und Verkauf der Token ermöglichen. Welches Potential sich hier bietet und welche Hindernisse noch beseitigt werden müssen – diesen Fragen widmet sich das Fintech 21finance, Anbieter digitaler Marktplätze für den Finanzsektor, zusammen mit einer Reihe von Partnern aus dem wachsenden Ökosystem der Blockchain.

 

Security Token sind digitale, übertragbare Vermögenswerte und bieten gegenüber traditionellen Wertpapieren Vorteile sowohl auf Investoren- als auch Emittentenseite. Mit der Tokenisierung von Assets sinken die Eintrittsbarrieren für Investments in illiquide Vermögenswerte, also beispielsweise Gewinn- oder Anteilsrechte an einem Unternehmen, Kunstgegenständen oder Immobilien. Die Technologie ermöglicht das Bruchteilseigentum an Vermögenswerten und vereinfacht die Übertragung ihrer Eigentumsrechte.

 

„Auch wenn mit circa 3,8 Milliarden Marktkapitalisierung bisher das Potential der Tokenisierung noch lange nicht voll ausgeschöpft ist, spricht vieles dafür, dass sich Security Token als Alternative zu klassischen Wertpapieren etablieren werden. Mit Blick auf den traditionellen Wertpapiermarkt eröffnet sich ein großes Marktpotential. Prognosen zufolge werden zukünftig zehn Prozent des weltweiten BIP durch Tokenisierung abgedeckt sein[1]“, sagt Max J. Heinzle, CEO des Fintechs 21finance mit Sitz in Liechtenstein.

 

Status Quo beim Token-Handel: Peer-to-Peer mit Hilfe von Liquidätsprovidern

Ob auch Kleinanleger bald Token rund um die Uhr mit Übertragung in Echtzeit handeln können und gleichzeitig von niedrigen Transaktionskosten profitieren? Laut Maximilian Portenlänger, Head of Securization beim Bankhaus von der Heydt, gibt es noch keine etablierten regulierten Marktplätze in Form von multilateralen Handelssystemen (MTF) für Security Token in Deutschland. Dennoch gibt es alternative Lösungsmöglichkeiten: „Schon heute werden Security Token auf Peer-to-Peer-Plattformen gehandelt. Die Liquidität der Token wird in diesen Konstrukten häufig durch zentrale Liquiditätsprovider gewährleistet, die als lizenzierte Eigenhändler fungieren.“ Die Privatbank hat hierfür eine integrierte Lösung von der Bankeninfrastruktur über die Verwahrung der Security Token bis hin zum Eigenhandel, der über das Partnernetzwerk abgebildet wird, entwickelt.

 

Wachsende technische Infrastruktur

Datenschnittstellen bzw. die fehlende technische Infraktruktur seien derzeit zwei Gründe, die dem Sekundärmarkt noch im Wege stünden, aber nicht das Kernproblem. Zum einen gebe es schon APIs zu Decentralized Exchanges wie Uniswap und auch die technische Infrastruktur sei flächendeckend vorhanden. „Es ändert sich etwas. Internationale Börsen öffnen sich zusehends und schaffen die passende Infrastruktur. So entwickeln beispielsweise die Londoner Börse und auch die deutschen Börsen in Stuttgart und Frankfurt regulierte Handelsplattformen für digitale Assets. Dabei wird es entscheidend sein, die Brücken zwischen den verschiedenen Tokenisierungsstandards zu bauen“, so Heinzle.

 

Mehr Aufwind durch einheitlichen Rechtsrahmen

Die Regulierung spiele bei der Entwicklung von Sekundärmärkten eine wesentliche Rolle beim Spagat zwischen Anlegerschutz und Technologieförderung. „Eine große Barriere schafft die Tatsache, dass Security Token in den meisten Ländern wie klassische Wertpapiere eingestuft werden. Diese Einordnung bringt weitere gesetzliche Anforderungen mit sich, die Emittenten einhalten müssen. Zwei Beispiele sind Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Regulierungen“, sagt Heinzle. Der Liechtensteiner Rechtsanwalt Dr. Thomas Nägele, Gründungspartner der gleichnamigen Wirtschaftskanzlei, fügt hinzu: „Die Hürden des für den klassischen Finanzmarkt geschaffenen Regulierungsrahmens sind für die Token-Ökonomie nicht angemessen. Die Einbuchungspflicht im Effektengiro des Zentralverwahrers ist das größte Hindernis für die Entwicklung eines Sekundärmarkts für Security Token. Eine Lösung hat die europäische Kommission bereits in Aussicht gestellt.“

 

Eine Lösung für die rechtliche Unsicherheit und Diskrepanz zwischen einzelnen Ländern ist beispielsweise das in Liechtenstein umgesetzte TVTG, ein progressives Framework für die „Token-Economy“. Die Schweiz hat mit jüngsten Gesetzesänderungen einen Schritt in dieselbe Richtung vollzogen, ebenso wie Deutschland, wo 2021 das Gesetz zur Einführung von elektronischen Wertpapieren (eWpG) in Kraft getreten ist. Und EU-übergreifend verfasst die Europäische Kommission aktuell einen Vorschlag zur Regulierung der Krypto-Assets (MiCA), welcher zukünftig für alle EU-Mitgliedsstaaten gelten soll.

 

„Bei den von uns befragten Experten herrscht Einigkeit darüber, dass der Aspekt der Regulierung dem Thema Sekundärmarkt für Security Token Aufwind geben wird. Schon jetzt gibt es mehr und mehr Marktteilnehmer, die mit ihren Projekten an Zweitmärkten für Security Token arbeiten“, resümiert Heinzle, dessen Fintech Banken und Finanzintermediären die Möglichkeit bietet, einen eigenen gesetzeskonformen Onlineshop für Finanzprodukte zu erstellen und darüber ihre traditionellen wie digitalen Finanzprodukte zu vertreiben.

 

Das Whitepaper „Security Token Offerings” Teil 3: Sekundärmärkte für Security Token steht HIER zum Download bereit.

 

Daneben bietet 21finance Live Sessions für Interessenten, die sich HIER anmelden können.

 

Über 21.finance AG

Die 2017 gegründete 21.finance AG bietet mit ihrer Software-Lösung „Marketplace as a Service“ (MaaS) Banken, Finanzintermediären und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors die Möglichkeit, ihren eigenen Online-Marktplatz zu erstellen und darüber Finanzprodukte zu vertreiben. Mit ihrem eigenen digitalen und gesetzeskonformen Onlineshop für Finanzprodukte können die Kunden des Fintechs ihre Vertriebskanäle optimieren, um Assets under Management zu steigern, Betriebskosten zu senken, neue Kunden zu gewinnen und letztendlich neue Umsatzkanäle zu erschließen. Mit der Whitelabel-Lösung erhalten sie Zugang zu Software und Support-Services, um ihren Anlegern ein vollständig digitales und reguliertes Anlageerlebnis zu bieten. Mehr über 21finance unter http://www.21.finance/de.

 

 

Rückfragehinweis:

 

Presse

Birgit Haisch

Yield Public Relations

E: b.haisch@yieldpr.de

M: 0049 171 452 73 96

 

Unternehmen

Susanne Bichlmair

21.finance AG

E: s.bichlmair@21.finance

M: 00423 783 25 35

 

[1]  https://www.private-banking-magazin.de/tokenisierung-in-europa-marktgroesse-erreicht-14-billionen-euro-im-jahr-2024/?page=3