Whitepaper Sekundärmärkte für Security Token

Im folgenden Blogpost haben wir die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Whitepaper „Sekundärmärkte für Security Token“ zusammengefasst. Das Whitepaper ist Teil einer Serie mit dem Titel „STO 101: Anatomie und Kontext von Security Token Offerings“. Weitere Informationen zu dieser Serie finden Sie hier.

Auch wenn mit 3.8 Milliarden Marktkapitalisierung bisher das Potenzial der Tokenisierung im Allgemeinen und Security Token im Speziellen noch lange nicht voll ausgeschöpft ist, so sprechen doch die zahlreichen Vorteile dafür, dass sich Security Token als Alternative zu klassischen Wertpapieren etablieren. Mit Blick auf den traditionellen Wertpapiermarkt eröffnet sich ein großes Marktpotenzial. Prognosen gehen davon aus, dass zukünftig 10% des weltweiten BIP tokenisiert sein wird. Es spricht also Vieles dafür, dass wir zukünftig mehr über das Thema Security Token hören werden. Um einen wirklichen Anreiz für Anleger, Emittenten und sonstige Marktteilnehmer, wie Dienstleister, zu schaffen ist die Handelbarkeit ein wesentlicher Faktor. Die Möglichkeit Security Token liquide handeln zu können ist für die Akzeptanz dieser von besonderer Bedeutung.

Einige wichtige Rahmenbedingungen stehen diesem Sekundärmarkt heute noch im Weg, wie die in diesem Whitepaper zitierten Experten belegen. Wir haben die wesentlichen Erkenntnisse zusammengefasst.

 

Die Regulierung ist der Schlüssel

In vielen Ländern gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine einheitliche Regulierung in Bezug auf das Konstrukt Security Token. Diese einheitliche Regulierung würde Vertrauen bei Anlegern schaffen und den Aufbau von Sekundärmärkten für Security Token fördern.

Eine große Hürde schafft die Tatsache, dass Security Token in den meisten Ländern wie klassische Wertpapiere eingestuft werden. Diese Einordnung als Wertpapier bringt wiederum weitere Regelungen mit sich, die Emittenten, welche ein STO durchführen möchten, einhalten müssen. Ein Beispiel sind Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Regulierungen. Einerseits ist diese Einordnung aus dem Standpunkt heraus legitim, dass ein Security Token als ein digitales Wertpapier gehandhabt wird. Auch im Sinne des Investorenschutzes macht eine derartige Einstufung Sinn.

Andererseits werden zum Teil unüberwindbare Hürden für Emittenten geschaffen. Insbesondere im Fall von Kleinunternehmen und Startups wird die Durchführung eines Security Token Offerings unwirtschaftlich, denn die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften ist wiederum mit einem hohen bürokratischen Aufwand und damit hohen administrativen Kosten verbunden. Gleiches gilt für Security Token Dienstleister. Doch ein Blick auf die aktuellen rechtlichen Bewegungen zeigt: Viele Jurisdiktionen haben dieses Problem erkannt und entweder bereits entsprechende Gesetze eingeführt, beispielsweise die Schweiz und Liechtenstein, oder arbeiten an entsprechenden Regularien. Auch EU-übergreifend verfasst die Europäische Kommission aktuell einen Vorschlag zur Regulierung der Krypto-Assets (MiCA), welcher zukünftige für alle EU-Mitgliedsstaaten gelten soll. Ein besonderer Meilenstein ist hierbei das eWpG, das der deutsche Bundestag im letzten Jahr verabschiedet hat. Es regelt die Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen und Anteilsscheinen an Sonderverm gen ohne Urkunde und ermöglicht einen rechtssicheren Erwerb des Wertpapiers durch die Eintragung in einem digitalen Register. Die Führung dieses Registers unterliegt der Finanzmarktaufsicht, was den Schutz der Investoren sichert.

Es bestehen auch Alternativen zum regulierten Sekundärhandel, beispielsweise in Form von Bulletin Plattformen. Diese machen bereits heute Security Token handelbar und bilden die Kostenvorteile, die durch die Tokenisierung entstehen, in der Praxis ab. Diese Infrastrukturen ermöglichen jedoch nur eine eingeschränkte Handelbarkeit, da die Teilnehmer einen konkreten Handelspartner finden müssen.

Das ideale Szenario wäre eine vollautomatisierte Börse. Dies bedingt wiederum eine Regulierung, die das Szenario durch Ausnahmeregelungen fördert. Es muss also ein Kompromiss gefunden werden zwischen der Förderung neuer Technologien wie in diesem Fall Security Token und dem Schutz der Anleger.

 

Marktteilnehmer

Sowohl institutionelle Anleger wie Family Offices, Investmentbanken und Broker Dealer als auch Kleinanleger werden zukünftig an Sekundärmärkten für Security Token partizipieren, da Vorteile für beide Anlegerkategorien vorhanden sind. Weitere Marktteilnehmer wären aus Sicht der Autoren dieses Whitepapers Emittenten, Dienstleister in den Bereichen Custody, Verifizierung, Infrastruktur und Technologie sowie Regulatoren.

Für einen funktionierenden Sekundärmarkt bräuchte es aber aus rechtlicher Sicht neue Rollen, besonders in Bezug auf die Token Verwahrung. Auch hier gibt es bereits einen Vorschlag von der EU, das DLT-MTF Pilot Regime. Dieser soll es ermöglichen, eine DLT-basierte Infrastruktur für den Handel, die Verwahrung und die Abwicklung von Wertpapieren zu entwickeln. Nichtsdestotrotz gib es bereits vielversprechende Initiativen, unter anderem von Börsen wie der Londoner, Stuttgarter und der deutschen Börse, die an Sekundärmärkten für Security Token arbeiten. Manche dieser Märkte sind bereits aktiv.

Ein Blick in die Zukunft lässt also annehmen, dass der Handel von Security Token auf Zweitmärkten schon bald gängige Praxis sein wird.

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